Sommer-Erinnerungen sammeln: Aktivitäten-Bingo

Eindrücke aus dem Sommer schätzen und festhalten ist mit einem Aktivitäts-Bingo ein Spaß der den Fokus auf die unscheinbaren Freuden lenkt.

Voraussichtliche Lesedauer: 7 Minuten

Sommerliche Erfahrungen sammeln ist für meinen Seelenfrieden immer ganz wichtig. Es gibt ein wunderschönes Bilderbuch von der Maus Frederik, der im Sommerhalbjahr, wenn seine Familie fleißig Vorräte sammelt, nur „herumliegt“ und faulenzt. Dabei sammelt er sommerliche Bilder und Sinneseindrücke, um seiner Familie im düsteren Winterquartier die Seelen zu wärmen.

Immer zum Beginn der Sommerferien ist die Freiheit grenzenlos. Jetzt 6 Wochen kein Schulstress, keine Elternabende, keine Termine, die ich nicht selbst gemacht habe.

Es ist so herrlich einfach in den Tag hineinzuleben, die Seele baumeln zu lassen oder Projekte anzugehen, die während des Schuljahres liegengeblieben sind.

Was hast du denn in den Sommer-Ferien gemacht?

Doch spätestens Mitte der Ferien werden meine Kinder langsam etwas kribbelig. Da stellen sie sich tatsächlich die Frage: Was haben wir denn eigentlich gemacht in den Ferien? Dabei ist es egal, ob wir einen aufwändigen und vielleicht langwierigen Urlaub im Ausland verbracht, oder eher bei uns im Garten herumgelungert haben, die Erlebnisse verschwinden von selbst dahin.

Schülerinnen und Schüler am Schulanfang nach den Sommeraktivitäten gefragt

In vielen Schulen ist es Sitte, am Anfang eines Schuljahres die Kinder vor diese Frage zu stellen. Auftrag je nach Klassenstufe dazu einen Aufsatz oder ein Bild zu erstellen. Egal ob die Schüler*innen den Auftrag der Lehrkraft abgeben oder der Lerngruppe vortragen, dem Vergleichen ist nun Tür und Tor geöffnet.

Vergleiche – der sichere Tod der Zufriedenheit

„Mama, Lisa hat in Afrika Löwen gesehen!“, „Jonas ist mit einem Dreimaster in Griechenland gesegelt!“, „Charlotte ist im Grand Canyon gewandert“ gefolgt von: „Mama, wieso fahren wir nie in den Urlaub“ und „Nie machen wir was lustiges!“

Je nach finanzieller und organisatorischer Situation fallen die Sommerferienerlebnisse ganz schön unterschiedlich aus. Darum kann ein Schuljahresanfang auch ein ganz schöner Dämpfer sein.

Aus diesen Erfahrungen ist es leicht, Druck zu fühlen, mitzuhalten. Druck, den Kindern – und sich selbst – was besonderes (meist Teureres und Aufwändiges) bieten zu müssen. Was denken sonst die Kinder, die Nachbarn, die Arbeitskolleg*innen?!?

Sommerliche Wahrnehmungen auf Erlebnisse schulen

In unserer Grundschule habe ich vor einiger Zeit einen wunderbaren Ansatz mitbekommen. Dort wurde nach den Sommerferien eben bewusst auf diese vergleichsanfällige Highlight-Fixierung verzichtet. Sie haben stattdessen einen eher spielerischen Ansatz geboten, der Kinder aus allen verschiedenen familiären und ökonomischen Gegebenheiten mit ins Boot nahm.

Hier wurde gemeinsam als Lerngruppe durch die Erinnerungen gestöbert, um zu prüfen, ob diese Tätigkeiten in den eigenen Sommerferien zu finden sind. „Fahrrad fahren, Eis essen, Ins Freibad gehen“ (Unser Freibad vor Ort ist tatsächlich ohne Eintritt und verdient den Namen Freibad in allen Hinsichten. und dann wurde zusammengetragen, ob zu jedem Erlebnis eins oder mehrere Kinder gefunden wurde. So erlebten die Kinder eher die Gemeinsamkeiten als die herausragenden Einzel-Erlebnisse.

Sommerlicher Aktivitäten-Bingo

Ich habe ein Poster herausgearbeitet, das – wie ich hoffe – für alle anzuwenden ist. Familien in jeglicher Größe und Zusammensetzung auf dem Land oder in der Stadt können gemeinsam oder für sich den Fokus auf sinnliche Erfahrungen setzen, die nur im Sommerhalbjahr zu erleben sind.

Wie spiele ich Aktivitäten-Bingo?

Ich hänge dieses Plakat auf dem Kühlschrank – schließlich sehe ich es dann häufig. Durch das tägliche Durchlesen der verschiedenen Punkte erhöht sich mein Fokus auf diese Art Tätigkeiten und ich lerne sie Platz einzuräumen und sie wahrzunehmen. So kann ich selbst wenn der Tag nicht so läuft wie geplant und ich doch lauter fremdbestimmte Aktivitäten habe immernoch erkennen, dass die Baumkrone über den Parkplatz wo ich auf eine Verabredung eines Familienmitglieds warten muss wirklich wunderwunderschön ist – „In einer Baumkrone aufschauen“ – Check. Oder vielleicht fällt mir auf einen heißen Stadtgang um irgendetwas unaufschiebbar benötigtes zu besorgen die Hummel in der Stadtbepflanzung auf. Check, Tier in der Natur beobachtet.

Mit geht es weniger darum, tatsächlich ein BINGO zu bekommen. Also alle Kästen in einer Reihe anzukreuzen, Senkrecht oder Waagerecht. Diese Art Wettkampf wäre für mich persönlich zu ambitioniert. Auch habe ich bewusst gewählt, die Tätigkeiten nicht als „Bucket List“ oder „To-Do-Liste“ zu machen, das wäre mir zu zielgerichtet. Ich genieße die freie Einteilung oder eben ein eher passiver Ansatz und abzuwarten, welche Tätigkeiten in meinem Sommer einfach erscheinen. Völlig ungeplant. Wer weiß? Vielleicht ergibt es sich am Lagerfeuer oder an einer warmen Sommernacht draußen zu sitzen und reden bis plötzlich auffällt, dass die Sonne wieder aufgeht? Vielleicht baut der Fuß einfach aus innere Eingebung ein Kanal aus einer Pfütze nach einem kräftigen Sommerregen.

Lassen wir uns überraschen!


Hol dir deinen Download hier!

Ich habe das Spielfeld in unterschiedliche Ausführungen gemacht, in Farbe, Schwarz-Weiß und ganz minimalistisch. So kannst du ganz für dich entscheiden, wie dein Sommerbegleiter aussehen soll.

PDF Download Bingo-Blatt in Farbe


PDF Download Bingo-Blatt in Schwarz/Weiß


PDF Download Bingo-Blatt minimalistisch


Ich wünsche mir, dass Du meine Idee als bereichernd gefunden hast und dabei auch etwas unterhalten wurdest. Lass mich gerne über die sozialen Netzwerke wissen, was du davon hältst

Ganz liebe Grüße,

– Linn vom Schneeglöckchenhof

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